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Die Doktorspiele des Barons von Guttenhausen

Guttenberg ist offenbar ein König der Herzen, vor allem der Mädelherzen, wenn selbst ein altes Mädel wie Alice Schwarzer ihr Herz für ihn entdeckt, während sie Kachelmann, den klingenschwingenden Schwerenöter, noch während der Verhandlung publizistisch henkt, weil der offenbar zu vielen Dummchen im Dunst der geschlechtlichen Vereinigung die Ehe versprach. Man glaubt gar nicht, zu welchen emotionalen Eskapaden eine alte Schabracke imstande ist…
Aber – man weiß es nicht – vielleicht ist das wirklich ein kleiner Sadist, dieses notorisch charmante Kachelmännchen.

Wenn also Jungs mit dem Schwanz denken, dann haben wir endlich Gewissheit darüber, dass Mädels das mit dem Hirn tun… Sie lieben Guttenberg “kopfmäßig”.

Nun, Mädchen finden Jungen süß, und Jungen die Schwarte geil.
Der Autor wüsste gern, wie viele der Guttenberg – BefürworterInnen Frauen sind, denn dieser wird zurzeit notorisch süß gefunden, so pappsüß, dass dem Autor langsam sauer werden könnte.

Ein paar Bemerkungen zu diesem Berufs – Smartie, die jenseits akademischer Schmuckfedern liegen.

Guttenberg will vorneweg in einem für politische Verhältnisse zarten Alter auf oft peinliche Weise allzu weise erscheinen. Bei den Griechen konnten Leute (leider nur Männer) erst nach körperlicher Ertüchtigung, Studium der Philosophie und Kriegserfahrung ins politische Leben eintreten, was in der Regel erst Mitte vierzig möglich war. Manchmal genoss man Protektion. Oft aber hauchten auch die Sprösse einflussreicher Politiker ihr Leben im Feld aus.

Nun, das ist heute nicht mehr nötig, aber brauchen wir intellektuell überkandidelte Klugscheißer, die – seien wir mal ernst – mit siebenunddreißig sprechen, als seien sie siebzig? Und dann noch fünfunddreißig oder so Sanskrit – Dialekte?
So etwas ist – ethisch besehen – ein Defizit, denn so sucht sich ein smarter Youngster mit Altklugem zu inszenieren – was ein schlechter Charakterzug ist. Überdies erregt es mäßige Sympathie, in diesem Alter ACDC zu mögen. Da neigt der geneigte Fan zur Annahme, der “Gutti” sei ein “weekend – warrior”.

Ein kluger junger Mensch – wovon es einige gibt – sucht nicht, mit seiner Wortgewandtheit blindlings zu punkten. Das tat aber Guttenberg. Und das war nur einer der Gründe, warum ihm jetzt so nach der Haut getrachtet wurde.

Aber welches klare Auge mag schon einen kleinen Gernegroß?
Wenngleich das “Bild” – Volk ihm die Treue hielt, so war selbst die seriöse konservative Presse angewidert.
Die gesamte Intellektualität feuerte aus allen Rohren, denn Guttenberg spricht eine Sprache, die angetan ist, der Halbbildung und der Unbildung zu imponieren.

Sein gesamtes Gebaren zeugt schlicht von Dummheit. Man muss entgegen der Ansicht seiner Befürworter kein Neider sein, um ihn genussvoll zu treten. Einen so hochtrabenden Provinzgaul kann man nur mit einem gesunden Hufschlag gegen den Hirnkasten bedenken.

Zitat:

“Nach dieser Beschäftigung – meine Damen und Herren – habe ich auch festgestellt, wie richtig es war, dass ich am Freitag gesagt habe, dass ich den Doktor-Titel nicht führen werde.”

Ach was. Nach welcher Beschäftigung?
Dabei ist die Zeile “wie richtig es war”, näher zu beäugen. Was? Was war richtig? Alles war gefälscht, das ist richtig. Es ist da schlicht keine Einsicht in Sicht.

Bildung schützt vor Dummheit nicht.

Diese geistige Eigenschaft unterscheidet nämlich u.a. den schlechten vom guten Dieb.
Es ist eine dümmliche Selbstgewissheit dabei, wenn einer im Internet – Zeitalter kopiert, was die Griffel hergeben.

Es ist viel nebulöses Intellektuellengehabe, das die kurze Geschichte dieses Provinzprinzen begleitet, viele Kleinlügen.
Und es ist die Sehnsucht royalistischer Speichellecker, die ihn zwanghaft hochjubeln, ohne in der Lage zu sein, ihrem Spross den Schutz zu bieten, den er gegen echte Angreifer bräuchte.
Aber es ist auch die Idiotie eines gefallenwollenden Dorfmonarchen, der um jeden Preis die Zeile seiner nutzlosen Titel verlängern will mit ein paar respektheischenden Buchstaben.

Und es ist eine “Zäsur”, wie Politiker gerne dröhnen, denn plötzlich vereinen sich z.B. rechte und linke Intellektuelle gegen Anmaßung und Unbildung. Und diese Schlacht wurde von der “Bild” – Zeitung verloren, denn gegen ein vereintes Akademikervolk hat sie wohl keine ernsthafte Chance. Dieses Blättchen konnte sich jahrzehntelang auf die Spaltung der rechten und linken Intellektualität verlassen. Einer mondänen Entpolarisierung konnte wohl auch nicht die “Bild” entgegen wirken. Das ist beruhigend. Und friedensstiftend zugleich.

Der Bonner Jura – Professor Wolfgang Löwer bringt es folgendermaßen auf den Punkt:
“Akademisch ist “Gewandtheit” völlig egal. Mit solchen Schachzügen, ob nun geschickt oder nicht, kann er (Anmerkung des Autors: Guttenberg) im Wissenschaftsbetrieb nicht punkten. Wir sind selbst eitel genug, um uns davon nicht beeindrucken zu lassen.”

Ein klein wenig erinnert Guttenberg an Michel Friedmann, der neulich bei Maybritt Illner wieder eifrig fuchtelte. Jener hatte lange Zeit einen langen Zeigefinger bei seinen Talkrunden in der Alten Oper zu Frankfurt. Dann wurde er mit russischen Huren und einer Schale Kokain im Hotel erwischt. Danach war der Zeigefinger gebrochen.
Die Moral?
Wenn Friedmann nicht so moralingeil gegen andere vorgegangen wäre, hätte ihm keiner nach der Haut getrachtet.
Wenn Guttenberg nicht so neunmalklug und saubermännisch dahergekommen wäre und nicht schon mehrfach unnütz Köpfe hätte rollen lassen, um sich als Macher zu inszenieren, wären seine Doktorspielchen zwar immer noch unappetitlich, aber nicht so gewichtig gewesen. So aber wurde er demoliert, was durchaus absehbar war. Ein waschechter Bilderbuchhochstapler.
Ein gepuderter Jungbulle aus der Schmiede der ewig Gestrigen.

Posted in GESELLSCHAFT, MIX.


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